yorck kronenberg
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Tage der Nacht
Ein achtzigjähriger Literaturwissenschaftler aus Deutschland wird in seinem Haus an der Küste Mittelenglands Opfer eines Einbruchs: Drei Maskierte dringen in das Schlafzimmer ein, zwingen Anton halbnackt in einen Sessel. Hilflos muss er mit ansehen, wie seine Frau von den Unbekannten aus dem Zimmer geführt wird. Obwohl diese in der Folgezeit immer wieder betont, ihr sei nichts geschehen, wird Anton von dem Gefühl eigener Ohnmacht geplagt. Unter dem Eindruck des Traumas fühlt er sich zunehmend in die Welt seiner Kindheit zurückversetzt; während sein Vater, ein arbeitsloser Geiger, nachts BBC hörte und den Nationalsozialismus verachtete, wurde das Regime in der Schule und im Haus der Großeltern bewundert. Lässt sich eine Verbindung herstellen zwischen dem Eindringen dreier Fremder in das Haus des Achtzigjährigen und jenem schicksalhaften Morgen,an dem drei Unbekannte den Vater aus der Wohnung abführten?
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Tage der Nacht

Der Buchtipp, BRF 1 Radio

Auf der Bestenliste, Büchermagazin, 2/2016

Ohne die Folgen selbst abschätzen zu können, hatte der Junge seinen Vater einem Nachbarn gegenüber denunziert. Getrieben von dem Gedanken, sich der Vergangenheit stellen zu müssen, dabei aber ohne die Möglichkeit, Vergebung erbitten oder selbst Gerechtigkeit einfordern zu können, verlässt Anton in einer schlaflosen Nacht das Haus: Eine Wanderung entlang der Küste gerät zu einem Ringen mit den eigenen Dämonen. In atmosphärisch dichten Bildern führt der Text auf verschiedenen ineinander verwobenen Zeitebenen das Fortwirken früher Beschädigung bis ins Alter vor. Dabei verdichten sich die teilweise antithetisch, dann wieder parallel geführten Erzählstränge zu einer Spannung, die unerbittlich ihrer Auflösung zutreibt.

Mehr Informationen bei dtv

Tage der Nacht
Roman, dtv Verlagsgesellschaft, 2015
gebunden, 256 Seiten
ISBN 978-3-423-28060-0





Was war
Nach dem Tod seiner Frau wendet sich Andreas Paulhofer der eigenen Kindheit zu. Aus einer zunächst assoziativen Reihung von Erinnerungen erwächst nicht nur das sich verdichtende Bild einer ganzen Familie; da der Junge bei seiner Oma aufgewachsen ist, erfasst der Blick des Erwachsenen bald auch die Biografie der Großmutter: Seit dem zweiten Weltkrieg verwitwet und aus ihrer Heimat vertrieben, weist ihr Lebenslauf erstaunliche Parallelen zur gegenwärtigen Situation des Ich-Erzählers auf. Die Suche nach dem Bleibenden, nach Heimat und Zugehörigkeit erweist sich zunehmend als eine generationsübergreifende Fragestellung, die nicht zuletzt durch die jüngere deutsche Geschichte eine über das Private hinausgehende Bedeutung erhält.

Um Abstand zu gewinnen, reist Paulhofer nach Frankreich. Doch gerade hier greifen Vergangenheit und Gegenwart immer dichter ineinander. Nicht nur erinnern Kriegsdenkmäler allerorten an noch längst nicht überwundene Schmerzen, auch das sich anbahnende Liebesverhältnis zur jungen Isabelle steht im Zeichen der Gespenster der Vergangenheit: War nicht Paulhofer mit seiner Frau schon einmal in dem idyllisch gelegenen Dorf am Meer zu Gast? Und tönen nicht Isabelle noch immer die Warnungen im Ohr, die ihr ihre eigene Großmutter früher auf den Weg gab? "Die Deutschen haben kein Gefühl. Sie sind Maschinenmenschen, Maschinenmenschen!"
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Mehr Informationen bei dtv

Was war
Roman, dtv Verlagsgesellschaft, 2016,
168 Seiten
ISBN 978-3-423-14537-4

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Mehr Informationen beim Literaturverlag Droschl

Was war
Roman, Literaturverlag Droschl, 2012,
gebunden, 168 Seiten
ISBN 978-3-85420-829-7


Ex voto
"Eine Entführung zu schildern wäre das eine gewesen: die Verschleppung eines freiwilligen Arztes und Menschenfreundes aus Deutschland durch aufständische Einheimische im globalen Bürgerkriegsgebiet, irgendwo zwischen Bosnien, Irak und Afghanistan. Yorck Kronenbergs Erzählung "Ex voto" jedoch ist eine Entführung: Mitten hinein in seine Phantasmagorie von Macht und Ohnmacht, Wissen und Glauben, Fernsehnachricht und Fiktion verschleppt er die Leser, macht sie zu Zeugen und Mitwissern unaufklärbarer Geheimnisse und kultischer Handlungen im Niemandsland zwischen Archaismus und Postmoderne. Vor dem Hintergrund einer ebenso
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Welt unter

großartigen wie unmenschlichen, bald lebensbedrohlichen, bald Erlösung verheißenden, aber immer wieder großartig geschilderten Naturkulisse entspinnt sich ein virtuoses Spiel mit Projektionen und Reflexen, dessen Sinn sich erst erschließt, wenn der Leser als der Entführte realisiert, dass er selber es ist, der dieses Spiel steuert und vorantreibt. Wo Kafkas Antiheld "Vor dem Gesetz" bis zum Tode verharrte, gelingt Kronenbergs Entführtem, kaum zum Anführer der eigenen Entführer aufgerückt, tatsächlich die Flucht - wenn auch nur, um am Ende ganz bei sich zu bleiben."

Joachim Helfer

Mehr Informationen beim Literaturverlag Droschl

Ex voto
Roman, Literaturverlag Droschl, 2011,
gebunden, 188 Seiten
ISBN 978-3-85420-778-8

 

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Eines Morgens verläßt der Ich-Erzähler des Romans seine Wohnung, um zur Arbeit zu gehen - und die Stadt, in der er sein bisheriges Leben verbracht hat, ist menschenleer. Alles Leben ist aus Häusern und Straßen zurückgewichen: Er ist allein.

Was das Leben des Helden bisher strukturierte, zerfällt; ohne soziale Bindungen, ohne Beruf, ohne die Möglichkeit zur Kommunikation irrt der Protagonist durch eine fremd gewordene Stadt. Kronenberg beschreibt, welchen Triebkräften und Impulsen ein vereinsamter Mensch ausgesetzt ist, welche Ideale er allein aus sich selbst heraus zu schaffen versucht.

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Welt unter

Zunehmend von Figuren umstellt, die seine Phantasie ihm erschaffen hat, trifft der Held schließlich tatsächlich auf ein Gegenüber, eine Frau. Zwischen Mißtrauen und der Sehnsucht nach Gemeinschaft hin- und hergerissen, versuchen beide, sich einander mitzuteilen. Doch als am nächsten Morgen die Stadt wieder lärm- und menschenerfüllt ist wie ehedem, gehen sie wortlos auseinander.

Daß am Ende suggeriert wird, ein jeder Bewohner dieser Stadt habe ähnliches erlebt wie der Held, macht dieses Romandebüt zu einer modernen Parabel.

Welt unter
Edition Nautilus, 2002
Hardcover, 128 Seiten
ISBN 3-89401-387-7


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Ahrenshooper Seiten
transparentes gif Kurzgeschichte "Careering" in:
Punk Stories, Verlag LangenMüller, 2011
herausgegeben von Arne Rautenberg, Alexander Müller und Thomas Kraft
ISBN 978-3-7844-3258-8

 

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Miss Universe
transparentes gif Kurzgeschichte "Miss Universe" in:
Die Schönheitskönigin Sarah Rotblatt fährt an einer Tankstelle vor
24. Würth-Literaturpreis
Vorwort von Christoph Ransmayr
herausgegeben von Dorothee Kimmich und Philipp Alexander Ostrowicz
unter Mitarbeit von Anja-Simone Michalski
Swiridoff Verlag, 2013
ISBN 978-3-89929-277-0


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Ahrenshooper Seiten
transparentes gif Kurzgeschichte "Wenn draußen ein
Auto vorbeifuhr"

Ahrenshooper Seiten, 2009
ISBN 978-3-934216-52-5


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Ex Voto
transparentes gif Erstes Kapitel des Romans
"Ex voto" in:
Sprache im technischen
Zeitalter, Heft 181, 2007
SH-Verlag · ISSN 0038-8475


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Wieder vereinigt
transparentes gif Erzählung "Gegenlicht" in:
Wieder vereinigt. Neue deutsche Liebesgeschichten
Verlag Klaus Wagenbach, 2005
ISBN 3-8031-2515-4



Literatur zu Yorck Kronenberg

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Erlkönig
transparentes gif Porträt/Interview in:
Erlkönig/Prototypes
Dumont, 2009
ISBN 3-8321-9251-4


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Es lebe die Einsamkeit
transparentes gif Claudia Stoiser:
"Es lebe die Einsamkeit!":
Eine vergleichende Analyse der Darstellung von Alleinsein, Einsamkeit und sozialer Isolation literarischer Figuren in ausgewählten Texten
Grin Verlag, 2013
ISDN 3-6561-2880-4


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Letzte Menschen
transparentes gif Judith Schossböck:
Letzte Menschen, Postapokalyptische Narrative und Identitäten in der neueren Literatur nach 1945
Projekt, Bochum, 2012
ISDN 3-8973-3261-2